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Wiener Ensemble
Rabenhof.THEATER
Kolektif Les Nègres

INSZENIERUNGEN
Regie Schauspiel
Regie Musiktheater


Bühnenbild, Ausstattung
Schauspieler


Das Theater "theatert" alles ein, also muss man dem Theater ständig etwas in den Rachen schieben, was das Theater nicht verdauen kann. Zum Beispiel Texte, die vom Theater so, wie es ist, nicht gespielt werden können, und künstlerische Experimente, in denen ein Element das andere immer in Frage stellt, wo die Künste miteinander kämpfen, spielen, streiten und dabei ihren Eigensinn im Kampf um Anerkennung erweisen. Dadurch stellt THEATER dann auch die Wirklichkeit in Frage, das ist auch wohl die wichtigste politische Funktion des Theaters.

Heiner Müller


THEATER

 

  Mit Inszenierungen wie etwa „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ im Theater Der Kreis 1992, „Der Färber und sein Zwillingsbruder“ mit dem Wiener Ensemble im Rabenhoftheater (Theater in der Josefstadt), „Der Talismann“ im Theater Der Kreis von 1988 oder etwa „Frühere Verhältnisse“ im Metropol Wien, „Zu ebener Erd und erster Stock“ 2001 im Rabenhof Stadttheater, legt Karl Welunschek ein Bekenntnis zur Bitterkeit der Komödien ab.

   Diverse von Welunscheks Nestroy-Inszenierungen werden von Kritikern und Theaterhistorikern als richtungsweisend festgehalten.
Peter Turrini: „Welunschek hat die schlampige, aberwitzige und manchmal auch blöde Dramaturgie der Nestroystücke offensichtlich gemacht. Doch gleichzeitig jagen die Figuren mit ihren sprachmächtigen bösen Sätzen die bestehende Welt in die Luft. Nichts hat vor diesen Wortwaffen Bestand, alles zerfällt und fällt. Dass am Ende doch noch alles gut ausgeht, ist schlechte Dramaturgie oder geniale Ironie.“ (Zitat aus „Wie soll man Nestroy heute spielen?“, 2001).

     Nestroy Johann N


   Karl Welunschek bringt Konventionen dort zur Explosion, wo sie am schmerzlichsten zu spüren sind. Er betreibt Verunsicherung, entwickelt theatrale Hybridformen, ohne jedoch der Textpartitur untreu zu werden. Als Regisseur charakterisiert ihn eine hohe Sensibilität für das menschliche Schicksal.
„Das Volk braucht sein Volkstheater, und ich brauche die kleinen Freuden, es am geliebten Fraß ersticken zu lassen.“ (Karl Welunschek, in: Die Presse, Wien Beilage, S. 12, 3.2.1995)